Medikamentenrabatte für Gesetzliche Krankenversicherungen – AMNOG generiert fast die Hälfte aller Einsparungen

Das Arzneimittelneuordnungsgesetz (AMNOG) wurde vom Gesetzgeber 2011 eingeführt, um die ansteigenden Arzneimittelabgaben der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) einzudämmen. Laut einem Marktberichte des Unternehmens IQVIA hat sich das Einsparvolumen, welches durch AMNOG realisiert werden konnte, 2017 mit einem Anstieg um 36,8% erneut beträchtlich erhöht.

Die Höhe der Arzneimittelausgaben für GKV-Versicherte beträgt für das Jahr 2017 insgesamt 38 Milliarden Euro und liegt damit 4% über dem Vorjahresniveau. Dies kann jedoch nicht auf die Einsparungen durch Herstellerabschläge zurückgeführt werden, denn diese sind im Vergleich zu 2016 um 16% auf ein Gesamtvolumen von 3,28 Milliarden Euro angestiegen. Mit 1,57 Milliarden Euro entfallen fast die Hälfte (48%) der Einsparungen dabei auf Rabatte aus Erstattungsbeträgen. Dieser Teil überholt damit erstmalig die Einsparungen aus Zwangsrabatten, welche sich mit 1,26 Milliarden Euro um 2% erhöht haben. Auch die Einsparungen durch den 10%-igen Generika-Rabatt sind im Vergleich zum Vorjahr leicht auf 144 Millionen Euro angestiegen. Einzig bei den Zusatzabschlägen infolge von Preismoratorien ist ein moderater Rückgang auf 307 Millionen Euro zu verzeichnen. Weitere Einsparungen erhalten die GKVen aus Rabattverträgen. Hier wird für 2017 eine Einsparung von etwa 3,9 Milliarden Euro erwartet. Somit beläuft sich das Gesamtvolumen der Einsparungen auf 7,2 Milliarden Euro.

Der Marktbericht zeigt, dass die Einsparungen, welche bei den GKVen durch AMNOG-Rabatte entstehen, beträchtlich sind, wenn auch noch nicht das Ziel von jährlichen Einsparungen in Höhe von 2,2 Milliarden Euro erreicht ist.

Die SKC Beratungsgesellschaft als führende Strategieberatung des Gesundheitswesens in Deutschland hält Sie über alle Neuigkeiten rund um den AMNOG-Prozess auf dem aktuellsten Stand. Kontaktieren Sie uns gerne bei Fragen zu AMNOG, GKV und weiteren Gesundheitsthemen.

VON Dipl.-Kauffrau Heike Kielhorn-Schönermark, Geschäftsführende Gesellschafterin und Karolin Priese, Dipl.-Kauffrau

Quellen:
Bundesministerium für Gesundheit: Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG)
Deutsches Ärzteblatt: AMNOG bringt deutlich mehr Einsparungen
IQVIA: Marktbericht