Estland lässt sich testen – Ein staatliches Gentest-Programm soll die Gesundheitsprobleme der Esten reduzieren

Was private Unternehmen wie das kalifornische „23andMe“ längst vormachen, wird nun erstmals von staatlicher Seite angeboten. Die estnische Regierung führt bei rund 100.000 Bürgern (ca. 8% der estnischen Bevölkerung) DNA-Tests durch und will auf Grundlage der Analyseergebnisse Gesundheits- und Lifestyle-Empfehlungen aussprechen. Durch das vom Staat mit rund 5 Millionen Euro geförderte Programm sollen Bürger mit hoher Risikowahrscheinlichkeit für weit verbreitete Erkrankungen wie Diabetes oder kardiovaskuläre Erkrankungen frühzeitig aufgeklärt bzw. gewarnt werden. Ziel ist es, dass Personen mit bestimmten Prädispositionen ihren Lebenswandel frühzeitig umstellen und dadurch den Ausbruch der Erkrankung vermeiden oder den Krankheitsverlauf abmildern können. Kritik kommt dabei sowohl von ethischer wie naturwissenschaftlicher Seite. Die Interpretation genetischer Testergebnisse sei nicht einfach und Personen könnten unnötigerweise in Sorge versetzt werden, so Hugh Whittall, Direktor des Nuffield Council on Bioethics (London, UK).

Seit Programmstart im März 2018 haben sich bereits rund 10.000 Esten für das Programm angemeldet. Es bleibt abzuwarten, ob Estland mit diesem innovativen Programm zum Vorbild für andere Regierungen avanciert.

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VON Univ.-Prof. Dr. med. Matthias P. Schönermark, Geschäftsführender Gesellschafter und Beate Kasper, M.A. Soziologie

Quellen:
Independent: Europe Estonia to DNA test 100,000 residents and give lifestyle advice based on results