Europäische Arzneimittelstrategie zieht weite Kreise – EMA Implementierung - vfa und BPI Statement

Weitere Entwicklungen und Stellungnahmen zu der neuen europäischen Arzneimittelstrategie zeichnen differenziertes Bild

Do, 10.12.2020
Nachdem die EU-Kommission am 25.11.2020 ihre Arzneimittelstrategie für die Europäische Union vorstellte, hat nun die European Medicine Agency (EMA) gemeinsam mit den Heads of Medicines Agencies (HMA) nachgezogen und eine darin eingebettete gemeinsame Strategie bis 2025 vorgestellt.

Da in beiden Strategien einige, für die pharmazeutische Industrie in Deutschland, sehr relevante Aspekte adressiert werden, hat neben dem vfa (Verband der forschenden Pharma-Unternehmen) auch der BPI (Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie) Stellungnahmen veröffentlicht. Der BPI lobt einerseits, dass bürokratische Hürden vermieden werden und die Wettbewerbsposition der Pharmaindustrie gestärkt werden sollen. Auf der anderen Seite wird kritisiert, dass die Problematik der Lieferengpässe weit weniger adressiert wird, als es der Fall sein sollte1.

Ein anderes Bild zeichnet vfa-Präsident Steutel. Er betont die, vor allem durch die Covid-19-Pandemie, offensichtlich gewordene Stärke des europäischen Kontinents, die sich insbesondere durch die Führerschaft im Bereich der Impfstoffe zeige (2). Eine interessante und auf jeden Fall zu beachtende Forderung stellt in dieser Stellungnahme die Schaffung eines einheitlichen, europäischen Gesundheitsraumes dar, welcher auch eine europäische Nutzenbewertung umfassen sollte und an die Bestrebungen eines gemeinsamen EU-HTA erinnert2.

Die jüngst veröffentlichte Europäische Arzneimittelstrategie der EMA zielt auf die folgenden sechs Punkte ab, die wir in einer Blogserie für Sie im Detail analysieren und den potenziellen Einfluss auf die Market Access Aktivitäten beleuchten werden3:

  1. Verfügbarkeit und Zugänglichkeit von Medikamenten
  2. Datenanalytik, digitale Werkzeuge und digitale Transformation
  3. Innovation
  4. Antimikrobielle Resistenz und andere neue Gesundheitsbedrohungen
  5. Herausforderungen in der Lieferkette
  6. Nachhaltigkeit des Netzwerks und operative Exzellenz

Wir werden die weiteren Entwicklungen in diesem Bereich genau verfolgen, um unsere Klienten auch weiterhin mit aktuellem Wissen im Rahmen einer individuellen Market Access Strategien beraten zu können.

Quellen:
https://www.bpi. de/de/nachrichten/detail/eu-pharmastrategie-standortstaerkung-muss-prioritaet-haben

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Ihr Ansprechpartner  Sebastian Marben
Sebastian Marben
M. Sc. Wirtschaftswissenschaften
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